Gewächshäuser - Treibhaus zur Pflanzenzucht

Ein Gewächshaus oder Treibhaus wird im Gartenbau vor allem verwendet um kälteempfindliche Pflanzen in einer kälteren Umgebung zu kultivieren. Möglich wird dies durch den sogenannten "Treibhauseffekt", das heißt, das Innere des Gewächshauses, also der Boden oder die Luft, wird durch die einfallenden Sonnenstrahlen erwärmt, die Wände aber verhindern, dass die Wärme wieder nach außen abgegeben wird.
Traditionell wurden Holz-Glas-Konstruktionen verwendet, heute bieten transparentes Plastik bzw. Folien und Metallrahmen eine preiswerte und haltbare Alternative.
Die Größe von Gewächshausern rangiert zwischen kleinen Plastikbehältern für die Fensterbank bis zu riesigen Hallen.


Geschichte des Gewächshaus

Die frühesten Gewächshauser der (halbwegs) modernen Zeit wurden in Italien gefunden. So hat etwa der Vatikan schon im 13. Jahrhundert ein Gewächshaus besessen. Dieses diente, wie auch die Gewächshäuser der folgenden Jahrhunderte in Italien, hauptsächlich dem Anbau von Heilpflanzen.

Das Konzept der Gewächshäuser breitete sich dann auch in den Niederlanden, England und Frankreich aus. Dort dienten sie aber hauptsächlich dem Hobby der adeligen Oberschicht, die sich für tropische Pflanzen begeisterte. So waren Zitrusfrüchte sehr begehrt, die Gewächshäuser, die den Bäumen Winterschutz boten, hießen daher Orangerien. Die Orangerie von Versailles ist dafür ein beeindruckendes Beispiel.

Im 19. Jahrhundert, mit dem aufkommenden Interesse für Wissenschaft, wurden viele Glashäuser für die Forschung an Universitäten oder als Botanische Gärten auch für die Öffentlichkeit gebaut. Auch Charles Darwin hatte ein sogenanntes "lean-to greenhouse", das an eine Hauswand angebaut war.
Auch die technische Entwicklung schritt voran. So wurden jetzt stabile Eisenrahmen mit riesigen Glasfassaden verwendet (Crystal Palace in London, auch in New York, der Münchner Glaspalast). Ebenso wurden erste Warmwasser-oder Dampf-Heizungen konzipiert.

Im 20. Jahrhundert machte die Einführung von Stahlkonstruktionen mit Plastik oder Folien kleine Gewächshäuser auch für die breite Bevölkerung erschwinglich, die sie für den eigenen Garten nutzen konnte.

Verwendung von Gewächshäusern

Gewächshäuser dienen heutzutage im gewerblichen Anbau meist dazu, ursprünglich saisonales Gemüse im ganzen Jahr erhältlich zu machen. Auch können bestimmte Gemüsepflanzen oder Blumen schon im Spätwinter vorgezogen werden, die dann im Frühling in den Handel zum Auspflanzen kommen.

Je nach der Verwendung -- vom bloßen Überwintern bis hin zum Vorziehen -- gibt es Gewächshäuser mit unterschiedlicher Ausstattung. Allen gemeinsam ist der Rahmen und große lichtdurchlässige Flächen, aus Glas oder Kunststofffolien. Da durch Sonneneinstrahlung die Temperaturen im Inneren stark steigen können, muss eine Lüftung und/oder Beschattung vorhanden sein. Manchmal brauchen die Pflanzen auch eine künstliche Belichtung, wenn das natürliche Tageslicht zur Blütenbildung in unseren Breiten nicht ausreicht. In das Gewächshaus kann es auch nicht reinregnen, daher muß man für ausreichende Bewässerung sorgen. Anders als in Kalthäusern brauchen Treibhäuser auch eine Heizung. Selbstverständlich gibt es für die Temperaturregelung, Beleuchtung und Bewässerung elektronische Steuerungen, die ständige Kontrollen unnötig machen.

Nicht vernachlässigen jedoch darf man die regelmäßige Kontrolle auf Schädlinge. Die Wärme und meist hohe Luftfeuchtigkeit ist nämlich nicht nur optimal für Pflanzen, sondern auch für Schädlinge, die sich dann sehr schnell ausbreiten.

Dem Anzuchtmedium für den Anbau in einem Gewächshaus unterliegen keinerlei Beschränkung. Man kann Erde, Kokosfaser/Steinwolle verwenden oder Hydro-Substrat ähnlich wie im Anbau draußen auch. Hat man wie im normalen Gartenbau auch die Pflanzen in Behältern, muss man natürlich auf ausreichende Düngung achten.

Growzelte - Growrooms

Gerade in den letzten Jahren, als auch vermehrt Großstädter auf die Suche nach geeigneten Möglichkeiten zur Pflanzenzucht auf engsten Raum gingen, stieg die Anzahl der verfügbaren Indoor-Gewächshäuser deutlich an. Diese Growrooms bestehen aus leicht aufzubauenden Gestängekonstruktionen ähnlich wie bei Campingzelten und sind mit lichtdichten (was eine separate Beleuchtung erfordert) Zeltstoff ausgestattet. Diese Zelte gibt es in verschiedensten Größen, so daß nicht nur kleine Kammern, sondern auch größere Kellerflächen optimal ausgenutzt werden können. Bekannt sind vor allem die Hersteller der DarkRooms - Secret Jardin - und Eastside Impex mit ihren Homeboxen. Letztere haben sich erst kürzlich durch Ihre Zusammenarbeit mit einer amerikanischen Spezialfirma aus der aus dieser Kooperation resultierenden neuen Produktlinie Growlab hervorgetan.