Unter der Keimfähigkeit versteht man das Vermögen von Samen, unter -für die entsprechende Pflanzenart- günstigen Umgebungsbedingungen auszukeimen. Am besten keimt das frische Saatgut der letzten Saison.
Dieses kann man entweder selber ernten und präparieren oder man kauft es sich im Fachhandel.
Je nach Pflanzenart ist die Keimfähigkeit des Saatguts sehr unterschiedlich. Mit Ausfällen muss man rechnen, da nur die gesunden Samen auflaufen. Bei richtig gelagerten und nicht zu altem Saatgut sollten zwischen 30 und 90% auch keimfähig sein.
Die Keimfähigkeit wird in Prozent angegeben. Eine Keimfähigkeit von 9o% bedeutet beispielsweise, dass 90 von 100 Samen keimen werden. Man nennt diese Angabe auch die Keimrate.
Die Samen der meisten Sommerblumen sind mindestens zwei bis drei Jahre haltbar, aber die Keimfähigkeit nimmt deutlich mit dem Alter ab.
Wenn man vor der Aussaat herausfinden will, ob es sich überhaupt noch lohnt die vorhandenen Samen zu verwenden, dann kann man eine sogenannte Keimprobe durchführen. Dieses erspart einem unter Umständen eine ganze Menge Arbeit, Material und ungeduldiges warten.
Hat man jedoch das Saatgut soeben bei der Gärtnerei erworben und ist dieses ordnungsgemäß verpackt, so kann man sich diese Prüfung sparen.
Bei älteren Samen empfiehlt sich die sogenannte Keimprobe vor der endgültigen Aussaat, denn dadurch lässt sich feststellen, ob die Samen noch in ausreichender Menge in der Lage sind, einen Keimling hervorzubringen. Schließlich sind die Erwartungen beim Aussäen immer sehr hoch, so dass die Endtäuschung umso schwerwiegender wird, wenn keine grünen Spitzen nach einer angemessenen Zeit erscheinen.
Der Verlust der Keimfähigkeit kann natürlich auch durch falsche Lagerung hervorgerufen worden sein.
Wie funktioniert die Keimprobe?
Man nehme einen flachen Teller oder eine Saatschale ohne Löcher, Küchenpapier, transparente Folie, die zu testenden Samen und einen Handsprüher mit Gießwasser. Legen Sie das Küchenkrepppapier in die Schale, befeuchten Sie dieses ausreichend (es darf kein Wasser in der Schale stehen) und legen Sie mit gleichmäßigen Abstand eine genau abgezählte Menge an Samen darauf aus. Von sehr kleinen Samen nimmt man 20 oder 30 Stück. Sind die Samen größer, so reichen 10 oder 20 Stück aus. Decken Sie nun die Aussaat mit der Folie ab und stellen Sie das Gefäß an einen hellen und warmen Ort mit einer Temperatur zwischen + 18 und 22 °C.
Besser ist es natürlich, wenn man genau weiß, welche Temperaturen für die Keimung der entsprechenden Pflanzenart von Nöten sind, denn einige tropische Pflanzen benötigen konstante Temperaturen über +25°. In diesem Fall ist eine Anzucht auch nur im temperierten Gewächshaus oder Zimmergewächshaus empfehlenswert.
Desweiteren unterscheidet man zwischen Lichtkeimern und Dunkelkeimern. Die einen brauchen Helligkeit und die anderen Dunkelheit zum Keimen wie der Name schon vermuten lässt. Auch darüber sollte man natürlich Bescheid wissen, um Fehler bei der Keimprobe zu vermeiden.
Kennt man die genaue Keimdauer einer Pflanze und die dazu benötigten Umgebungsvorraussetzungen, so beendet man die Keimprobe nach Ablauf dieser Zeit. Ist die Keimdauer nicht bekannt, so wartet man ab bis möglichst alle Samen gekeimt haben, was zwischen 1-3 Wochen dauern kann und zählt dann wieviele der Samen gekeimt haben. Die Zahl der gekeimten Samen wird nun ins Verhältnis zu der Zahl der ursprünglich ausgesäten Samen gesetzt und gibt dann in Prozent an wie hoch die Keimfähigkeit bei dem vorliegenden Saatgut ist.
Ein Bespiel:
Von 100 ausgesäten Samen haben nach Ablauf der Keimdauer 75 gekeimt. Die Keimfähigkeit dieses Saatguts beträgt damit 75%.
Wie ist das Ergebnis der Keimprobe zu bewerten?